Gebührenübersicht für Therapeuten

Sind die Beihilfesätze die gesetzlich festgelegten Preise für Therapie?

Die Beihilfesätze ? oder genauer die beihilfefähigen Höchstbeträge ? sind Obergrenzen für die Erstattung von Heilmittelkosten von Beihilfeberechtigten Personen. Beamte sind nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, sondern erhalten einen Teil ihrer Krankenkosten über ihren Arbeitgeber ? den Staat ? in Form der Beihilfe erstattet. Für die Restsumme bestehen in der Regel private Zusatzversicherungen.

Die beihilfefähigen Höchstsätze werden von den Innenministern von Bund und den Ländern festgesetzt. Dabei blieben die Erhöhungen immer mehr hinter der allgemeinen Preisentwicklung zurück. Erklärtes Ziel der Innenminister war es, auch den Beamten eine Eigenbeteiligung z.B. bei den Heilmittelkosten abzuverlangen, wie dies ja auch von den gesetzlich Krankenversicherten verlangt wurde. Zu diesem Thema veröffentlichte der Bundesinnenminster am 7. Februar 2004 eine Pressemitteilung mit der Überschrift ?Keine Extrawurst für Beamte? und führt aus, dass auch die Beamten bei Heilmitteln Zuzahlungen zu leisten hätten: ?Heilmittel: Eigenbeteiligung durch die Differenz zwischen den (nicht kostendeckenden) Höchstbeträgen und den tatsächlichen Kosten.?

Damit wird klar, dass die Behauptung der PKV, die Beihilfesätze seien die quasi offizielle Preisliste für Heilmittel in Deutschland jeder Grundlage entbehrt.

Sind Beihilfepatienten zuzahlungsbefreit?

Immer wieder versuchen Beihilfeversicherte den Therapeuten zu erklären, sie müssten keine Zuzahlungen leisten und es wäre nicht akzeptabel, eine Eigenbeteiligung zu den Therapiekosten beizusteuern.

Diese Auffassung deckt sich nicht mit den Vorstellungen der Innenminister. So hat der Bundesinnenminister in einer Pressemitteilung vom 7. Februar 2004 darauf hingewiesen, dass der Wille des Gesetzgeber ausdrücklich eine Gleichbehandlung von beihilfeberechtigten Beamten und gesetzlichen Krankenversicherten hinsichtlich der Eigenbeteiligung bei Krankheitskosten vorsieht.

Unterscheiden sich Beihilfe- von Nicht-Beihilfe-Privatversicherten?

Beihilfeberechtigte sind in der Höhe der Erstattungen von Heilmittelkosten durch die beihilfefähigen Höchstsätze begrenzt. Im Gegensatz dazu sind normale Privatversicherte in der Regel nicht durch ihre Tarife in der Erstattungshöhe begrenzt.

Ein weiterer Unterschied ist die Anzahl der Beihilfebereichtigten und Nicht-Beihilfe Privatversicherten. Die Beihilfeberechtigten machen kein Drittel alle Privatversicherten in Deutschland aus und stellen nur 4% aller Versicherten. Damit wird auch klar, dass die Richtlinien für Beihilfeberechtigten keine Wirkung im Sinne der Üblichkeit entfalten können.

Warum berechnen manche Therapeuten nur die Beihilfesätze?

Tatsächlich gibt es Therapeuten, die nur die beihilfefähigen Höchstbeträge gegenüber ihren Privatpatienten abrechnen. Erklärungen dafür gibt es viele:

  • Unzureichende Kenntnis der Umstände
  • Mangelnde Bereitschaft, sich mit den Beamten über die Preise auseinanderzusetzen
  • Kürzung der Leistungen auf eine Minimalversorgung auch für Privatpatienten
  • Senkung der Kosten z.B. durch den Verzicht auf Fachfortbildung

Tatsächlich sind die beihilfefähigen Höchstsätze nicht kostendeckend. Das findet übrigens auch der Bundesinnenminister!